Klolumne

Zeichnen spielt auf dem Bildungsweg des Maschinenbauers eine wichtige Rolle. Und so ist es wenig verwunderlich, dass die Zeichenrolle als Alleinstellungsmerkmal des einsamen Nerds und Erkennungszeichen gleichgesinnter Leidtragender gilt. Dabei sind die Ursachen ebenjenen Leids vielfältig. Die Misere fängt schon bei der Handhabung des zylindrischen Behältnisses an. Schraubt der Geplagte nämlich den Deckel vom tristen schwarzen Korpus ab, entströmt diesem ein gar eigentümliches Aroma. In langen Nächten hat dieser geheimnisvolle Duft schon revolutionäre (leider nicht montierbare) Getriebe hervorgebracht. Das wilde Arrangement von Zahnrädern, Kugellagern und Wellen in einem tranceartigen Wachkomazustand in der richtigen Reihenfolge und fristgerecht auf ein normgerecht zu faltendes Transparent unhandlichen Ausmaßes zu zeichnen, hat schon viele Maschinenbauer an den Rand des Irrsinns getrieben. Und so ist nichts erleichternder, als den schwarzen Zeichnungszylinder nach der Abgabe des einstufigen Getriebes in die Ecke zu pfeffern, wohl wissend, dass man ihn noch eine ganze Zeit lang (er)tragen muss.

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