Untersee-Kriegsführung in der Kloschüssel

Um 1944 den U-Bootmannschaften eine geruchsarmen Tauchfahrt zu ermöglichen, war das Highlight der deutschen Ingenieurskunst im 2. Weltkrieg der Entwurf einer Hochdrucktoilette. Die Ausscheidungen wurden durch mehrere Ventile mit hohem Druck ins Meer geleitet. Dank klassischem German overengineering war das System so kompliziert, dass dafür an Bord immer ein Crewmitglied eine besondere Schulung zur Bedienung dieser Spülung bekam.

Am 14. April 1945 versenkte der Kommandant der U 1206 Karl-Adolf Schlitt seinen braunen Torpedo in der Kloschüssel. Als er sich daraufhin eigenhändig gegen die besonders schwere Giftgasttacke verteidigen wollte, betätigte ohne dem Klo-Experten die Spülung. Doch als Toilettenersti noch reichlich unerfahren kam es zur Malfunktion der Spülung.

Es rumorte heftig in der Leitung, die Kacktastrophe bahnte sich an. Mit hohem Druck drängte sich das Meerwasser in das U-Boot, natürlich vermischt mit Urin-235 und Brat-Wurst. Unter der Toilette befand sich der Batterieraum, in dem sich nach Kontakt der Batterien mit Meerwasser Chlorgas bildete. Die ABC-Attacke war nicht mehr abzuwehren. Kommandant Schlitt befahl das sofortige auftauchen. Doch die U 1206 befand sich so nah vor der britischen Küste, dass sie sofort entdeckt und von Fliegern der Royal Air Force unter Beschuss genommen wurde. Die Matrosen retteten sich ins Feindesland und kamen in Kriegsgefangenschaft. Drei Männer kamen jedoch in der stürmischen See ums Leben. Das U-Boot wurde von der eigenen Besatzung versenkt.

Schlitt wollte für die ganze Scheißgeschichte natürlich nicht verantwortlich sein, er behauptete sich zum entscheidenden Zeitpunkt woanders im Boot gewesen zu sein.

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